Dienstag , 18 Dezember 2018
Fahrverbot für Dieselautos: Zapfventile für Benzin und Diesel.

Fahrverbot für Dieselautos: eine gute Idee?

Ist das Fahrverbot für Dieselautos in Innenstädten gerecht?

Das Problem mit dem Diesel

Dieselfahrer könnten es in Deutschland vielleicht doch schneller als gedacht mit einem Fahrverbot für Dieselautos zu tun bekommen. Zwar ist auf Bundesebene noch nichts entschieden und die Debatte scheint sich ins Unendliche auszudehnen, aber einige Bundesländer wie Baden-Württemberg fangen bereits an, auf Eigeninitiative Fahrverbote in den Stadtzentren zu verhängen. Dies beträfe zum Beispiel eine Stadt wie Stuttgart, in der regelmäßig die Grenzwerte für Luftschadstoffe überschritten werden und Dieselautos, die der Abgasnorm Euro 6 nicht entsprechen, demnach nicht mehr in bestimmte Bereiche der Innenstadt fahren dürften.

Aber ist das eigentlich gerecht? Sollte der Dieselmotor nicht so viele Vorteile gegenüber dem Ottomotor haben, so wenig verbrauchen und damit viel umweltfreundlicher sein? Mancher Dieselfahrer fühlt sich betrogen und sieht nicht ein, warum er in seiner Mobilität eingeschränkt werden sollte.

Wie schädlich ist der Diesel wirklich?

Einer der Vorteile der Dieselmotoren ist, dass sie weniger verbrauchen und somit auch weniger CO2 ausstoßen. Eigentlich natürlich hervorragend. Das Problem ist, dass CO2 nicht das einzige (und auch nicht das schädlichste) Gas ist, das Autos ausstoßen. Das Hauptproblem sind beim Diesel die Stickoxide, die höchst gesundheitsschädlich sind und in einigen deutschen Städten (wie etwa Stuttgart) regelmäßig die Grenzwerte überschreiten. Die Reduzierung dieses Ausstoßes ist bei Dieselmototoren ein technisch relativ kompliziertes Unterfangen. Neuere Dieselfahrzeuge verfügen über spezielle Katalysatoren, die den Giftstoffausstoß unterhalb der durch die Abgasnorm Euro 6 festgelegten Grenzwerte halten, aber bei älteren Autos ist dies nicht der Fall. Theoretisch könnte man sein altes Auto natürlich aufrüsten und mit einer NOx-Abgasreinigung ausstatten lassen, aber dies ist technisch dermaßen aufwendig, dass es nicht nur sehr viel Geld kostet, sondern sogar zu Fehlfunktionen des Motors führen kann.

Sind Fahrverbote für Dieselautos gerecht?

Wenn nun also der Besitzer eines Dieselautos seinen Motor nicht auf den neuesten Standard bringen kann, weil das unwirtschaftlich oder sogar in manchen Fällen technisch  nicht möglich ist – ist es dann wirklich gerecht, dass er in seiner Mobilität eingeschränkt wird? Natürlich könnte er sein Auto verkaufen und sich ein neues anschaffen. Aber wer kauft schon ein Auto, von dem er weiß, dass er damit nicht in deutsche Innenstädte fahren kann? Eine ausweglose Situation, das Auto verliert durch das Fahrverbot für Dieselautos praktisch seinen Wert.

Dazu kommt, dass Testergebnisse zum Schadstoffausstoß von Dieselmotoren in der Vergangenheit nachweislich gefälscht worden sind (Stichwort VW-Abgasaffäre) und die meisten Autofahrer, die heute ein Dieselauto besitzen, sich beim Kauf nicht der möglichen Risiken bewusst waren, die in Zukunft  auf sie zukommen würden. Man fühlt sich also als Dieselfahrer zu Recht betrogen.

Natürlich steht an oberster Stelle  die Gesundheit der Bürger. Die Luft vieler deutscher Großstädte ist so schlecht, dass sie ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. So verursachen Stickoxide etwa Kopfschmerzen, Schwindel oder Atemnot. Auch das Risiko für Schlaganfälle steigt (mehr zum Thema Luftverschmutzung finden Sie hier). Es muss also etwas geschehen. Jedoch kann es nach Meinung vieler nicht ausreichen, ein Problem, dass die Industrie verursacht hat, einfach auf die Autofahrer abzuschieben und sie für alle Kosten aufkommen zu lassen. Satt einfach ein Fahrverbot für Dieselautos zu verhängen, sollten beispielsweise Filternachrüstungen von Dieselfahrzeugen mit höheren Summen bezuschusst werden, damit der Autobesitzer nicht mit exzessiven Kosten konfrontiert wird.

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